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Die 3 wichtigsten Grundsätze der traumasensiblen Spieltherapie

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Fakt ist: Es ist nicht einfach mit Kindern über ihre erlebten Traumata zu sprechen.

Es ist besonders nicht leicht, wenn man vorher keine Beziehung zu dem Kind hat und vor allem wenn das Kind keine zu dir hat.

Deshalb lernst du in diesem Blogartikel die kindzentrierte Spieltherapie als essentielles Behandlungskonzept von Stress und Traumata bei Kindern kennen. Vor allem aber erfährst du was die 3 wichtigsten Grundsätze der kindzentrierten traumasensiblen Spieltherapie sind.

Egal, ob du therapeutisch oder auch pädagogisch mit Kindern arbeitest oder du dich einfach für das Thema Trauma allgemein interessierst – in diesem Artikel lernst du einen wichtigen Teil von Traumaarbeit kennen und wie Kinder Trauma verarbeiten.

 

 

Das erwartet dich in diesem Artikel

  • Was passiert in der kindzentrierten Spieltherapie?
  • Die Rolle der Grundhaltung in der kindzentrierten Spieltherapie
  • Die 3 wichtigsten Grundsätze der kindzentrierten traumasensiblen Spieltherapie:
  1. Empathie
  2. Akzeptanz
  3. Echtheit
  • Das Wichtigste für dich zusammengefasst

 

 

Was passiert in der kindzentrierten Spieltherapie?

Das Spiel ist die Sprache eines Kindes und hilft ihm dabei Erlebtes zu verarbeiten. Die Art und Weise wie ein Kind spielt kann uns sogar verraten in welchem Entwicklungszustand es sich derzeit befindet.

Daher bietet die kindzentrierte, traumasensible Spieltherapie sowohl dem Kind als auch dem Therapeuten / der Therapeutin eine angemessene Grundlage um auf einer gemeinsamen Ebene, belastende Erlebnisse aufzuarbeiten.

Um ein kleines Beispiel zu nennen: Zu Beginn der Therapie wird oft eine Übung durchgeführt, in der das Kind sein Umfeld (seine Familie und Freunde etc.) mit Hilfe von Tierfiguren darstellen soll. Das kann eine Hilfe für den Therapeuten / die Therapeutin sein die Personen im Umfeld des Kindes besser einzuschätzen, da viele Tiere mit gewissen Eigenschaften assoziiert werden (Fuchs = schlau).

In Begleitung des Therapeuten / der Therapeutin stellt das Kind das Erlebte szenisch im Spiel dar. Sobald sich das Kind sicher in der Reproduktion des Erlebten fühlt geht es anschließend darum gemeinsam mit dem Kind herauszuarbeiten, was es in dieser belastenden Situation gebraucht hätte. Zum Beispiel eine Person die interveniert und das Kind in Sicherheit bringt o. ä..

Gemeinsam mit dem Therapeuten / der Therapeutin wird die belastende Erinnerung des Kindes sozusagen ,,überschrieben’’ und es wird alles zum Guten geführt. Dieser Prozess soll dazu führen, dass das Kind an Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen gewinnt, denn es hat eine gewisse Kontrolle, eines unserer Grundbedürfnisse als Menschen, über das Erlebte gewonnen und darüber wie es sich damit fühlt.

Die Rolle der Grundhaltung in der kindzentrierten Spieltherapie

Die Grundhaltung des behandelnden Therapeuten innerhalb der Spieltherapie ist essentiell, um dem Kind einen sicheren Entwicklungsraum zu geben und die gemeinsame Interaktion mit dem Kind zu fördern.

 

 

Die 3 wichtigsten Grundsätze in der traumasensiblen Spieltherapie

 

1. Empathie

Eine ausgeprägte Empathie ist eine der wichtigsten Eigenschaften als Therapeut*in. Im Fall der traumasensiblen Spieltherapie ist damit jedoch nicht nur gemeint, dass der Therapeut / die Therapeutin die innere Welt des Kindes zu verstehen versucht, sondern auch, dass er aufkommende Gefühle des Kindes auch benennt und ihm zurückspiegelt.

 

Dabei geht es auch darum non-verbale Signale des Kindes aufzugreifen, wie zum Beispiel das Beenden des Spiels. So werden für das Kind die eigenen Gefühle wahrnehmbar und es lernt sich auch mit schwierigen Emotionen auseinanderzusetzen.

 

 

2. Akzeptanz

Hierbei spielt eine Grundhaltung aus der Traumapädagogik eine wichtige Rolle: Die Haltung des guten Grundes. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest klicke hier. Es gilt eine bedingungsfreie und positive Betrachtung auf das Kind einzunehmen und es mit all seinen Gefühlen, Gedanken und Handlungen anzunehmen. Das Verhalten des Kindes wird nicht mit seiner Person gleichgesetzt (statt ,,Du bist gemein’’ dann ,,Dein Verhalten ist gemein’’).

 

Diese Haltung erlaubt dem Kind sich ebenfalls so anzunehmen wie es ist, da das innere Erleben des Erwachsenen für das Kind deutlich ausstrahlt: ,,Ich bin in Ordnung und wertvoll.’’.

3. Echtheit

Zu dieser Grundhaltung gehört, dass der Therapeut / die Therapeutin seine eigenen Gefühle, die das Kind in ihm auslöst wahrnimmt, um dann anschließend zu entscheiden, was er / sie dem Kind davon mitteilen möchte. Diese Entscheidung ist von Kind, Situation und Behandlungssetting abhängig.

 

Der Therapeut / die Therapeutin kann und soll dem Kind auch seine eigenen Grenzen wiederspiegeln, beispielsweise wenn er / sie eine Pause braucht. Schließlich ist der Therapeut / die Therapeutin für das Therapiekind auch ein Modell in der Art und Weise wie er / sie im Leben steht und mit Situationen und Personen umgeht und kann dem Kind so zeigen, das es in Ordnung ist Pausen zu machen.

 

 

Das Wichtigste für dich zusammengefasst

  • Das Spiel ist die Sprache des Kindes
  • In der Spieltherapie stellt das Kind das Erlebte szenisch dar
  • Beispiel mit den Tierfiguren
  • Therapeut*in und Kind befassen sich damit, was das Kind in der belastenden Situation gebraucht hätte
  • Gemeinsam mit dem Therapeuten / der Therapeutin wird das Erlebte ,,überschrieben’’
  • Das Kind gewinnt so an Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen
  • Die drei Grundprinzipien: Empathie, Akzeptanz und Echtheit

 

 

Du möchtest mehr erfahren?

Neben den Grundsätzen, die du hier kennengelernt hast gibt es noch einige mehr. Wenn du mehr zur Spieltherapie wissen möchtest und dieses Behandlungskonzept vielleicht sogar erlernen möchtest, um Kindern und Jugendlichen noch effektiver mit ihren belastenden Erlebnissen zu unterstützen, dann schau dir doch hier unser Seminarangebot ,,Spieltherapie Basics’’ an.

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