1. Traumapädagogik Weiterbildung: Augen auf bei der Wahl
Lisa, eine engagierte Erzieherin, will mehr über Trauma erfahren und entscheidet sich für eine Traumpädagogik Weiterbildung. Der zertifizierte Lehrgang findet in der Nähe ihres Wohnortes statt. Diese beiden Kriterien reichen aus, damit Lisa sich anmeldet. Nach der Weiterbildung ist sie, als einzige Kollegin mit Traumawissen, Hauptansprechpartnerin in ihrer Kita für die “schwierigen Fälle”. Sie merkt erst jetzt, dass sie auf diese Rolle nicht ausreichend vorbereitet wurde. Sie kennt jetzt zwar die Neurobiologie des Gehirns in- und auswendig, kommt aber trotzdem nicht besser mit den verhaltensoriginellen Kindern klar. Sie ist permanent überfordert und kündigt schließlich. Die Auswahl der richtigen Fortbildungsmaßnahme entscheidet darüber, ob dein Zertifikat nur eine Position in deinem Lebenslauf bleibt oder dir wirklich hilft, traumatisierte Kinder und Jugendliche effektiv zu unterstützen. Die Vielzahl der Angebote kann auf den ersten Blick überwältigend sein, aber mit einer strukturierten Herangehensweise kannst du den für dich richtigen Kurs finden. Zunächst ist es wichtig, deine Ziele klar zu definieren:2. Mit oder ohne Zertifikat?
Wenn du die Traumapädagogik-Weiterbildung für deinen Berufsalltag im Kindergarten, in der Schule oder als Familienhelferin nutzen möchtest, sollte die Qualifizierung unbedingt von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) zertifiziert sein. Das Zertifikat ist ein anerkanntes Qualitätsmerkmal und eine Voraussetzung dafür, dass sich dein Arbeitgeber an den Kosten beteiligt. Ein Zertifikat ist besonders wichtig für Fachkräfte, die in offiziell anerkannten und regulierten Umfeldern arbeiten, wie z. B. in öffentlichen Schulen, Kindergärten oder sozialen Einrichtungen. Es signalisiert nicht nur deine fundierten Kenntnisse und Qualifikationen, sondern trägt auch zur Anerkennung deines Engagements und deiner Professionalisierung bei.Machs besser mit
Selbständige Therapeutinnen und Berater, die ihre eigenen Praxisstrukturen entwickeln und weniger auf institutionelle Anerkennung angewiesen sind, könnten theoretisch auf ein DeGPT-Zertifikat verzichten. Wir raten jedoch davon ab. Nach wie vor kursiert viel Fehlwissen über Trauma, und in jeder Branche gibt es schwarze Schafe. Die Freymut Academy ist DeGPT-zertifiziert, was nicht nur ein Qualitätsmerkmal ist, sondern auch sicherstellt, dass die Weiterbildung fundiertes Wissen vermittelt. Es geht auch darum, bereits belastete Kinder und Jugendliche vor noch mehr Schaden und unzureichend qualifizierter Betreuung zu bewahren. Eine zertifizierte Weiterbildung schützt somit nicht nur deine berufliche Reputation, sondern auch die Kinder, mit denen du arbeitest.3. Welche Zielgruppe möchtest du hauptsächlich unterstützen?
Trauma kennt keinen Altersunterschied. Doch je nachdem, ob du mit kleinen Kindern und Jugendlichen oder vielleicht mit ganzen Familien und Erwachsenen arbeitest, solltest du den passenden Bildungsweg wählen. Die traumasensiblen Inhalte sollten spezifisch darauf ausgerichtet sein. Die Freymut Academy bietet verschiedene Ausbildungswege an, die gezielt auf unterschiedliche Zielgruppen und deinen Praxisalltag zugeschnitten sind. Hier findest du eine Übersicht darüber, welche Ausbildung für welchen Personenkreis besonders geeignet ist:Traumzentrierter Fachberater: Erwachsene zu Trauma beraten
Die Ausbildung zum traumazentrierter Fachberater ist ideal für Fachkräfte, die mit Erwachsenen arbeiten und in beratender oder koordinierender Funktion tätig sind. Diese Weiterbildung eignet sich besonders für:- Schulleiterinnen und Leiter: Die in ihrer Rolle Unterstützung und Beratung für Lehrkräfte und Schüler:innen suchen und um die psychische Gesundheit ihrer Teams zu fördern.
- Pädagogische Leitungen: In Kinder- und Jugendeinrichtungen, die einen Überblick über traumapädagogische Maßnahmen erlangen und ihre Teams entsprechend schulen möchten.
- Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen: Die in beratenden Rollen und mit den Erwachsenen arbeiten, die ihre eigenen traumatischen Erfahrungen - oft unbewusst - an Kinder weitergeben. Konzepte zur Traumabewältigung entwickeln wollen.
- Peer-Beraterinnen: Fachkräfte innerhalb ihrer Organisationen (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste), die Unterstützung und Beratung für Kollegen und Kolleginnen nach traumatischen Ereignissen bieten.
Traumapädagogik: Für Menschen, die mit Kindern arbeiten
Die Weiterbildung Traumapädagogik richtet sich an Personen, die direkt mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und vereinzelt auch deren Familien arbeiten möchten. Sie ist geeignet für:- Erzieherinnen und Lehrerkräfte: Die in direktem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen und täglich im pädagogischen Kontext arbeiten.
- Familienhelfer und Betreuerinnen: Die präventiv und interventionell tätig sind und direkt in die Betreuung und Unterstützung involviert sind.
- Therapeutische Fachkräfte: Die neben ihrer therapeutischen Arbeit spezifische Kenntnisse in der Traumapädagogik erwerben möchten.
Doppelqualifikation: Doppelt hält besser
Doppelqualifikation: Für Fachkräfte, die in traumasensibler Hinsicht in jedem Kontext sattelfest sein möchten, bietet die Freymut Academy eine Doppelqualifikation an. Diese Qualifikation richtet sich an diejenigen, die sowohl Erwachsenen als auch Kindern dabei helfen möchten, ihre emotionalen Wunden zu integrieren und ein erfülltes Leben zu führen.- Pädagogische Führungskräfte: Die sowohl beratend wirken als auch direkt in die pädagogische Arbeit einbezogen sein möchten.
- Multidisziplinäre Teams: Mitglieder, die verschiedene Rollen innerhalb ihres Teams übernehmen und ihre Trauma-Kompetenzen umfassend erweitern möchten.
- Flexible Fachkräfte: Die in verschiedenen Bereichen tätig sein möchten und sich möglichst breit aufstellen wollen, um viele Optionen für die Jobwahl zu haben.
4. Trauma-Basiswissen, das du brauchst
Natürlich steht solides Basiswissen über Trauma und dessen Auswirkungen am Anfang jeder guten Weiterbildung. Dazu gehören:- Grundlagen der Traumapsychologie: Verständnis der psychologischen Mechanismen, die bei traumatischen Erlebnissen eine Rolle spielen, einschließlich der Unterschiede zwischen einfachen und komplexen Traumata.
- Neurobiologie des Traumas: Einblick in die Funktionsweise des Gehirns unter traumatischem Stress und die langfristigen Auswirkungen auf die neurobiologische Entwicklung.
- Vermittlung einer traumapädagogischen Grundhaltung: Die Haltung des guten Grundes als Voraussetzung für den Erfolg jeder pädagogischen Maßnahme.
- Ressourcenaktivierung: Methoden zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte für die praktische Umsetzung in der täglichen Arbeit mit traumatisierten Menschen.
- Symptome und Diagnostik: Erkennen verschiedener Symptome von Traumata, wie PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), Dissoziation und emotionale Dysregulation.
- Traumatische Triggers und deren Bewältigung: Erlernen, wie traumatische Erinnerungen (Trigger) identifiziert werden können und welche Strategien zur Bewältigung geeignet sind.
- Bindungs- und Beziehungsarbeit: Die Bedeutung von sicheren Bindungen und wie traumatische Erlebnisse die Fähigkeit beeinträchtigen können, gesunde Beziehungen zu führen.
- Stabilisierungs- und Interventionsstrategien: Techniken zur Stabilisierung und Beruhigung betroffener Personen, einschließlich der Förderung von Selbstregulation und Resilienz.
- Selbstfürsorge und Prävention von sekundärer Traumatisierung: Strategien zur persönlichen Selbstfürsorge und zur Prävention von sekundärer Traumatisierung im beruflichen Alltag.
