- Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Trauma und ADHS
- So erkennst du den Unterschied
- Der Umgang mit ADHS- und Trauma Betroffenen
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Trauma und ADHS
Ein Traumatisierung ist die Folge eines Ereignisses oder mehrer Ereignisse, die über einen längeren Zeitraum passierten und sich sehr belastend auf die Psyche des Betroffenen auswirken. Die Schutzmechanismen der eigenen Psyche werden überwältigt und Betroffenen fällt es zumeist schwer, das Erlebte zu verarbeiten. In der Medizin wird ein Trauma auch als eine seelische Verletzung bezeichnet. Mehr Grundwissen zu Trauma findest du hier. Ein Trauma ist höchst subjektiv - das bedeutet, dass auch die Symptome je nach Person und Alter variieren können. Folgende Symptome kommen am häufigsten vor:- Übererregung, Nervosität,Schreckhaftigkeit, Schlaflosigkeit
- Reizbarkeit, Ungeduld, schlechte Laune
- Vermeidung, emotionale Taubheit, Passivität, Rückzug
- Wiedererleben: Intrusionen, Flashbacks, Alpträume
- Misstrauen Scham- und Schuldgefühle, vermindertes Selbstwertgefühl
- Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, negatives Denken
- Aufmerksamkeitsstörungen
- Impulsivität
- Probleme bei der Selbstregulation
- Als auch manchmal starke körperliche Unruhe (Hyperaktivität)
So erkennst du den Unterschied
Es ist wichtig zu wissen, dass die Neurobiologie bei ADHS eine große Rolle spielt. Es gibt mehrere Bereiche im Gehirn, die durch die ADHS beeinträchtigt sind und nicht vollständig bzw. verlangsamt funktionieren oder über eine geringere Kapazität verfügen. Heute geht man davon aus, dass viele Faktoren bei einer ADHS zusammenwirken. Forschungen zeigen, dass einzelne genetische Veränderungen eine wichtige Rolle spielen, aber nicht alles erklären können. Andere Einflussfaktoren sind Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen oder auch Umwelteinflüsse, also z.B. belastete Familiensituationen. In Gunda Freys Buch ,,Das verstaatlichte Kind“ erfährst du mehr über die Folgen von Geburtskomplikationen uvm. Bei ADHS sind alle Reize von außen für das Kind oder den Jugendlichen gleich intensiv. Das bedeutet für die Betroffenen ständig von Reizen überflutet zu werden. Diese Reize filtern die Kinder und Jugendlichen dann danach, wie ,,spannend“ ein Reiz ist und richten ihren Fokus dann danach und weg von dem, was eigentlich gemacht werden soll, wie zum Beispiel zu Lernen oder sich pünktlich für einen Termin fertig zu machen. Ein Trauma entsteht zwar häufig in der Kindheit, durch ein einmaliges belastendes Erlebnis oder auch sich wiederholende belastende Erlebnisse, es kann aber auch im Erwachsenenalter ,,entstehen“ durch beispielsweise eine Naturkatastrophe. Hier kannst du unseren Blogbeitrag zum Thema ,,Trauma und Hochwasser“ lesen. Hyperaktivität und Impulsivität sind häufige Symptome bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Das Nervensystem von traumatisierten Menschen befindet sich konstant in der Übererregung, um bereit zu sein für erneute mögliche Gefahren. Dieser kontinuierliche Stress führt zu Problemen in der Gefühlsregulation und führt besonders bei Kindern und Jugendlichen bspw. zu einem vermehrtem Bewegungsdrang.Tipps im Umgang mit ADHS- und Traumabetroffenen
- Es ist wichtig, dass du das Verhalten von den Betroffenen, ob mit ADHS oder traumatisiert, nicht persönlich nimmst. Sei jeden Tag bereit aufs Neue zu beginnen und zu vergeben: Tolerant, souverän und klar - wie ein Fels in der Brandung.
- Vermeide Extrembezeichnungen! Dazu gehören Worte wie: ständig, immer und nie. Zum Beispiel: ,,Nie tust du was ich sage!“ Dazu gehören auch Etikettierungen wie: ,,Du bist ja…“
- Sei klar. Setze deine Verhalternserwartungen von vornherein fest, mit einem ruhigen, festen aber auch freundlichen Ton - jedoch niemals ,,süßlich“ oder latent aggressiv. Ziehe Widerstand in Betracht und halte die Instruktionen im Falle von Widerstand noch knapper.
- Rückmeldung geben ist essentiell! Rückmeldungen sollten sofort und häufig gegeben werden, dabei ist wichtig, positives vor negativem zu nennen und in „homöopathischen“ Dosierungen zu loben.
