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Narzissmus und Trauma: Vom Schutzpanzer zur Trittstufe für Heilung

Erfahrungen & Bewertungen zu FreyMuT Academy GmbH

Ein berührendes Gespräch mit Maximilian Pollux im Entwicklungssprünge Podcast

Manchmal tragen wir einen Schutzpanzer so lange, dass er wie unsere zweite Haut wirkt. Stark, glänzend, unerschütterlich. Doch darunter? Angst, Leere, das tiefe Sehnen nach Gesehenwerden.

Genau darüber spricht Maximilian Pollux im Podcast mit Gunda. Er sagt: „Narzissmus ist vielleicht keine Superkraft – aber er kann eine Trittstufe sein.“ Ein Satz, der Mut macht, hinzuschauen: Was, wenn Narzissmus kein endgültiges Urteil ist, sondern ein Hinweis auf eine alte Wunde und vielleicht sogar ein Beginn von Heilung?

Die Maske, die schützt und einsam macht

Vielleicht kennst du das Gefühl, nur dann wertvoll zu sein, wenn du etwas leistest, stark bist, glänzt. Maximilian erzählt, wie er genau das verkörperte: laut, dominant, kontrollierend. Er glaubte, das sei Stärke. Doch in Wahrheit war es ein Versuch, die innere Unsicherheit zu verstecken.

Seine Worte berühren, weil sie so ehrlich sind: „Es war, als würde mir jemand eine Sonnenbrille abnehmen, von der ich gar nicht wusste, dass ich sie trage.“ Hinter der Maske lag das, was viele Menschen kennen – die Angst, nicht zu genügen.

Und genau hier berührt uns seine Geschichte: Denn sie macht sichtbar, was so oft unsichtbar bleibt. Viele Menschen tragen solche Masken, im Beruf, in Beziehungen, manchmal sogar vor sich selbst. Der Preis ist hoch: Isolation, Einsamkeit, ein Leben, das nach außen perfekt aussieht und sich innen leer anfühlt.

Der Hunger nach Gesehenwerden

Narzissmus entsteht nicht im luftleeren Raum. Er wächst da, wo Kinder zu wenig echtes Angenommensein erfahren und zu viel Druck, Überhöhung oder sogar Gewalt. Pollux fasst es im Podcast so zusammen: „Narzissmus entsteht durch zu viel vom Falschen und zu wenig vom Richtigen.“

Dieser Satz trifft mitten ins Herz. Denn er zeigt: Hinter der Fassade steckt kein Monster, sondern ein Mensch mit einer Geschichte. Ein Mensch, der gelernt hat: Nur wenn ich funktioniere, werde ich geliebt.

Vielleicht erkennst du hier auch eigene Erfahrungen wieder – diesen ständigen Druck, zu leisten, zu gefallen, zu genügen. Die gute Nachricht: Genau da, wo dieser Hunger sichtbar wird, beginnt auch der Weg zur Heilung.

Verantwortung statt Opferrolle

Das Beeindruckende an Maximilian ist nicht, dass er eine Diagnose trägt, sondern wie er damit umgeht. „Diagnosen sind keine Urteile, sie sind Arbeitsaufträge.“ Er spricht darüber, wie er seine komplexe PTBS aufgearbeitet hat, wie Therapie und Selbstkonfrontation sein Leben verändert haben.

Verantwortung statt Schuldzuweisung. Hinsehen statt verdrängen. Genau das macht aus dem „Schutzpanzer“ eine Trittstufe. Für ihn selbst und als Inspiration für uns alle.

Er erzählt: „Es gab eine Zeit, da hätte ich das nicht annehmen können. Aber 20 Jahre später ist es mir möglich, zu reflektieren. Ich musste meine Persönlichkeit komplett aufgeben – vom gewalttätigen, hochkriminellen Gangster zu jemandem, der Verantwortung übernimmt.“ Seine Worte machen deutlich: Veränderung ist kein gerader Weg. Aber er ist möglich.

Beziehungen zwischen Sehnsucht und Grenze

Besonders spannend wird es, wenn es um Beziehungen geht. Narzisstische Muster können zerstörerisch sein, vor allem, wenn sie auf Menschen treffen, die extrem empathisch sind und selbst gelernt haben, sich für andere aufzuopfern. Viele von uns kennen dieses Muster: immer für andere da zu sein, bis man selbst nicht mehr spürt, wo die eigenen Grenzen sind.

Doch es geht auch anders. Maximilian erzählt von seiner Frau Cat: „Wir sind seit elf Jahren zusammen – und sie ist null harmoniebedürftig. Sie fällt nicht auf Lovebombing herein. Das zwingt mich, echt zu sein.“ Grenzen, Klarheit, Selbstwert – das sind die Zutaten, die gesunde Beziehungen möglich machen. Auch mit Menschen, die gelernt haben, eine glänzende Maske zu tragen.

Gunda bringt es im Gespräch auf den Punkt: „Vielleicht geht es genau darum – dass wir lernen, uns selbst zu halten, statt im anderen aufzugehen.“ Eine Einladung, die weit über narzisstische Dynamiken hinausgeht.

Gefährliches Ego – das neue Buch

All diese Fragen, Erfahrungen und Erkenntnisse hat Maximilian Pollux in seinem neuen Buch verarbeitet: Gefährliches Ego: Wenn Narzissmus tödlich endet. Darin verbindet er True-Crime-Fälle mit seiner eigenen Geschichte und zeigt, wie zerstörerisch Narzissmus wirken kann – aber auch, wie viel Mut es braucht, sich selbst in diesem Spiegel zu erkennen.

Das Buch ist mehr als eine Sammlung von Fällen. Es ist eine Einladung, Narzissmus neu zu betrachten: nicht nur als Gefahr, sondern auch als Hinweis auf das, was geheilt werden will.

Wenn Masken fallen dürfen

Und genau hier knüpft unsere Arbeit bei FreyMuT an. Denn wenn Menschen den Mut haben, ihre Masken abzulegen, brauchen sie ein Gegenüber, das sie sicher hält. Ein Gegenüber, das aushält, spiegelt, reguliert.

Darum lehren wir in unseren Fortbildungen:

  • Mit EMDR traumatische Erinnerungen zu entlasten, sodass das Bedürfnis nach „Gesehenwerden“ wieder von innen gestärkt wird.
  • Mit SELF Nähe professionell zu gestalten – klar, haltend und ohne sich in Retterrollen oder Symbiose zu verlieren.

Es geht nicht um Methoden allein. Es geht um eine Haltung, die sagt: Ich sehe dich. So wie du bist. Ohne Maske. Und genau diese Haltung verändert Beziehungen – im pädagogischen Alltag, in der Therapie und im Leben.

Einladung

Dieser Podcast berührt, weil er uns zeigt: Narzissmus ist kein Etikett und keine Ausrede, sondern ein Arbeitsauftrag. Er ist vielleicht keine Superkraft, aber er kann eine Trittstufe sein.

Höre rein: „Narzissmus, Trauma & der Mut, gesehen zu werden“ im Entwicklungssprünge Podcast ab dem 07.09.2025.
Erfahre mehr über unsere SELF- und EMDR-Fortbildungen – für alle, die Menschen sicher auf ihrem Weg durch Trauma begleiten wollen.

Und lies weiter in Maximilian Pollux’ neuem Buch Gefährliches Ego: Wenn Narzissmus tödlich endet. – für alle, die verstehen wollen, wie Narzissmus entsteht, wirkt und überwunden werden kann.

Schlussgedanke

„Was bin ich, wenn ich nichts leiste?“
Vielleicht ist die Antwort genau das, was Heilung braucht: Du bist genug. Auch ohne Panzer. Auch ohne Maske.